Erfahrungbericht
Überschrift 2Erfahrung
Übergtscjjjhrift 2
Ich bin 36 Jahre jung und gehe mit verschiedensten Traumafolgen durch mein Leben, die ich nach und nach aufarbeite.
Als ich von der Kuscheltherapie gehört habe, musste ich ehrlich gesagt zuerst etwas schmunzeln. Nachdem ich mich informiert hatte, war mir klar: Das ist es, wonach sich mein gesamtes System sehnt: Nähe und Berührung ohne Ansprüche, ohne Bewertung, ohne Absicht.
Ich erzähle einen Teil meiner Geschichte, um dir Mut zu machen. Die Kuscheltherapie und auch die Kuschelsonntage sind ein absolut heilsamer Ort. Auch wenn es sich im ersten Moment vielleicht nicht so anfühlt - wenn du schon hier gelandet bist und diese Zeilen liest, hab Vertrauen. Du bist sicher, wirst gesehen und wirklich gut begleitet.
Nachdem ich mich mit wild offenem Herzen und einer ordentlichen Portion Mut zum Kuschelsonntag angemeldet hatte, kam zuerst die Aufregung in den Tagen vorher und am Sonntag morgen überrollte mich die Angst. Ich überlegte hin und her: soll ich wirklich hingehen? Ich hatte noch keine Ahnung was mich erwartete und plötzlich fühlte sich der Gedanke, von wild fremden Menschen berührt zu werden, ziemlich bedrohlich an. Denn genau das waren meine früheren Erfahrungen. Nähe und Berührungen waren bisher überwiegend negativ, traumatisch für mich. Aber mir war klar – wenn ich aus diesem Muster raus und hinein in ein freieres Leben will, muss ich mich dieser Angst stellen. Also machte ich mich auf den Weg.
In der Willkommensrunde konnte ich meine Angst direkt formulieren und fühlte mich damit gesehen und willkommen. Sehr schnell war klar: alles kann, nichts muss! Und so ließ ich mich auf den Tag ein. Schritt für Schritt ging es mit Begegnungsübungen - für mich erstmal vollkommen ohne Berührung - los. In kleinen Übungen ging es weiter und ich konnte jederzeit frei entscheiden was für mich gerade gut ist. Was ich ausprobieren möchte, was nicht geht. Jedes nein wurde bedingungslos akzeptiert, vollkommen wertfrei.
Ich kann nicht sagen, dass es ein unglaublich schöner Tag war, so ehrlich möchte ich an dieser Stelle sein. Aber es war ein heilsamer Tag. Ich durfte üben meine Grenzen zu spüren, meine Bedürfnisse zu erkennen und beides zu äußern. Zu erleben, dass ich nicht abgelehnt werde, wenn ich nein sage, zu spüren, dass ich dennoch willkommen bin und die andere Person dableibt, waren völlig neue Erfahrungen für mich. Auch dass ich mich manchmal rausgezogen und nur zugeschaut, an der Seite gesessen und geweint habe, weil mir kurz mal alles zu viel wurde und mir meine tiefen Verletzungen bewusst wurden, war vollkommen okay. Alles durfte da sein, nichts musste versteckt werden. Ich durfte einfach ICH sein.
Alex und Sarah haben immer wieder Unterstützung angeboten, die Übungen entsprechend an die Gruppendynamik angepasst und mit wachem Blick das Geschehen beobachtet und begleitet. Zu wissen, dass jederzeit jemand für mich da ist, wenn es zu viel wird, wenn ich ein kurzes Gespräch oder eine therapeutische Intervention brauche, um weiter bleiben zu können, hat mir unglaublich geholfen.
Am Ende des Tages war ich erschöpft und stolz zugleich. Und mir war klar: Das war nicht das letzte Mal. Und ich darf sagen – der zweite Kuschelsonntag – war schon sehr viel angenehmer. Es gab sogar einen kleinen Genussmoment, in dem ich mich entspannen konnte.